Wenn Maschinen zu Kunden werden

Maschinen werden zu Kunden? Für viele mag diese Vorstellung noch zu sehr nach Zukunftsmusik klingen. Doch fragen Sie sich selbst – ist dies nicht bereits Realität? Als systematischer Wissenschaftler sehe ich die Vorteile, die sich daraus für den Einzelnen und für Unternehmen ergeben.

 

Rätselraten im Alltag ersparen – Maschinen sind methodisch

 

Maschinen sind methodisch. Sie können dem Menschen das Rätselraten im Alltag ersparen, und sei es nur die Frage, wann der optimale Zeitpunkt für die Bestellung einer neuen Tintenpatrone ist, oder wie man herausfinden kann, welche Autowerkstatt nicht nur in der Nähe, sondern gleichzeitig kostengünstig und mit den besten Bewertungen ausgestattet ist.

 

Mensch agiert als dritte Partei

 

Normalerweise agiert der Mensch als dritte Partei zwischen der Maschine und den Produkten oder Dienstleistungen. Nehmen Sie zum Beispiel den Drucker, dem die Tinte ausgeht. Angenommen, ich bemerke die “low ink”-Lampe an meinem Drucker. Was würden Sie im Idealfall tun? Vermutlich würden Sie direkt im Internet recherchieren, um die passende Tintenpatrone zu finden und dann die Bestellung aufgeben. Dann würden Sie die Zahlung online abwickeln und auf die Ankunft des Pakets warten. Optimalerweise wären Sie zu Hause, wenn es geliefert wird, und könnten es direkt vom Kurier entgegennehmen, unterschreiben und schließlich die neue Tintenpatrone installieren. 

 

Doch wie sieht die Realität aus?

Würden Sie die Tinte tatsächlich bestellen, sobald Sie das “low ink”-Licht bemerken? Oder kommt es vor, dass Sie hin und wieder zu sehr mit der Arbeit beschäftigt sind und die Bestellung der Tinte aufschieben – vielleicht sogar ganz und gar darauf vergessen, sie zu bestellen!? Dies könnte unangenehme Folgen für Sie haben, beispielsweise, wenn Sie wichtige Dokumente drucken müssen, die Tintenpatrone jedoch völlig ausgetrocknet ist. 

Mit dem KI-Service “Instant Ink”, wie er beispielsweise von HP entwickelt wurde, könnte Ihr Drucker völlig selbständig eine neue Tinte bestellen, sobald diese auszugehen droht. Wenn die Tinte eintrifft, müssen Sie sie nur noch einsetzen. Fertig. Der gesamte Bestell- und Bezahlvorgang wird völlig ohne Ihr Zutun abgewickelt. 

Da die Entwicklung autonomer Technik wie Amazons Alexa, HPs Druckern und “selbstbewussten”, selbstfahrenden Fahrzeugen und vielem mehr, zunehmend Verbreitung findet, habe ich angefangen, mich zu fragen: Wie bereite ich mich als Unternehmer auf die neue Kundengruppe der Maschinen vor?

Dies ist eine wichtige Frage, die sich jeder Unternehmer bei der Entwicklung seiner geschäftlichen Marketingstrategien stellen sollte.

Denn eine Maschine kümmert sich in erster Linie um die Effizienz und die Befriedigung technischer Bedürfnisse. Sie wird ein Unternehmen bevorzugen, das genau das liefert, was versprochen wurde und ausreichend Details zur angebotenen Ware zur Verfügung stellt. 

Gleichzeitig bedeutet das, dass Sie als Geschäftsinhaber Ihr Unternehmen stärker digitalisieren müssen, um diese Art von “Kundenbedürfnissen”, die durch eine Maschine übermittelt werden, angemessen erfüllen zu können.

 

Schätzung der Effizienz

 

Auch menschliche Kunden schätzen Effizienz und die Befriedigung technischer Bedürfnisse – bis zu einem gewissen Grad. Ein menschlicher Kunde kann aber auch Wert auf die Freundlichkeit eines Kundendienstmitarbeiters oder die angenehme Atmosphäre im Wartebereich einer Serviceeinrichtung legen. Das bedeutet, dass er manchmal dazu bereit ist, für die gleiche Servicequalität mehr zu bezahlen, nur weil sein Wunsch nach einer freundlicheren oder komfortableren Atmosphäre erfüllt wird. Tatsächlich sind Emotionen sogar fast immer die Hauptgrundlage unserer Kaufentscheidungen. Maschinen jedoch handeln emotionslos.

Wie Sie sehen können, driften die Entscheidungsparameter einer Maschine von denen eines Menschen völlig auseinander. 

Überlegen Sie sich also, wie Sie auf diese revolutionäre, neue Kundengruppe eingehen können. Beachten Sie hierbei, dass Maschinen auf Algorithmen, Datenaustausch und elektronische Zahlungsmethoden angewiesen sind, um ihre Tätigkeiten auszuführen. Aus diesem Grund müssen Sie Ihre eigenen Marketingstrategien aktualisieren. Wie können Maschinen auf Ihr Angebot aufmerksam werden?

Ein Beispiel: Die Amazon Alexa kauft online z.B. ein Shampoo ein, somit ist der Mensch dahinter nicht derjenige, der das Produkt analysiert. Alexa ist es. Und was glauben Sie, interessiert sich Alexa mehr für ein spektakuläres Werbevideo oder für konkrete Artikeldaten wie Füllmenge, Markenname etc.?

 

Bedürfnisse von Mensch als auch von autonomen Maschinen müssen erfüllt werden

 

In diesem neuen Markt müssen die Bedürfnisse sowohl von Menschen als auch von autonomen Maschinen erfüllt werden. Also fragen Sie sich, was braucht eine Maschine, um sich für ein Shampoo zu entscheiden? Welchen Parametern schenkt sie Beachtung? Beschäftigen Sie sich mit diesen Fragen so schnell wie möglich, um sich Ihren Anteil dieses Zukunftsmarkts zu sichern, denn er wartet nur darauf, bedient zu werden.

Denis Bederov

 

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